Biographie
„Das war für uns alle ein Schock“, beschreibt Alik Elisejew die Hausdurchsuchung in seinem Zuhause. Das geschah im Februar 2026. Im Sommer 2026 wurde der Gläubige zu einer harten Strafe verurteilt – 6 Jahre Freiheitsentzug.
Alik wurde im Altai, in Slawgorod, geboren. Er hat einen jüngeren Bruder und eine jüngere Schwester. Die Mutter war Hausfrau, der Vater arbeitete als Bauarbeiter.
Als Kind wollte Alik unbedingt Gitarre spielen lernen. „Meine Großmutter bezahlte den Unterricht“, erinnert sich Alik, „und ich war so begeistert, dass ich von morgens bis abends spielen konnte.“ Außerdem betrieb er Laufsport. An Winterabenden ging Alik gerne hinaus und räumte Schnee. „Das hat mir sehr gefallen, weil ich Pausen machen und den winterlichen, hellen, schönen Himmel betrachten konnte“, sagt er. „Da wir im Privatsektor wenig Licht hatten, erschienen die Sterne besonders hell.“
Aliks Eltern sprachen immer respektvoll über Gott und lasen die Bibel. Schließlich wurde auch er ein Gläubiger – in dritter Generation – und ließ sich 2012 als Zeuge Jehovas taufen.
„Seit ich 14 war, habe ich davon geträumt, ein kleines eigenes Geschäft, eine Familie und ein Zuhause zu haben“, berichtet Alik. Nach und nach erreichte er die gesteckten Ziele. Nach der Schule lernte er Elektroschweißer und Schlosser und schloss die technische Berufsschule mit hoher Qualifikation ab. Alik arbeitete im erlernten Beruf und erwarb handwerkliche Fähigkeiten. Mit der Zeit machte er sich selbstständig.
Seine Ehefrau Galina Elisejewa lernte er schon während des Studiums kennen, als sie Lehrerin für Grundschulklassen wurde. Sie hatten viel gemeinsam – unter anderem den Glauben an Gott. Im August 2010 heirateten sie, 2016 wurde ihr Sohn geboren.
Galina absolvierte ein Hochschulstudium und arbeitete im Handel. Nach der Geburt ihres Sohnes gab sie die Arbeit auf und die Versorgung der Familie lag ganz bei Alik. Die Familie Elisejew verbringt gerne Zeit miteinander: sie reisen und angeln. „Obwohl unser Sohn klein war, haben wir immer versucht, ihn überall mitzunehmen“, erinnert sich Alik. „Als Familie draußen in der Natur, mit dem Zelt... Das verbindet uns sehr.“
Im Winter 2025 wurden die Elisejews um 7 Uhr morgens durch Klopfen an den Fenstern, das Blinken von Polizeilichtern und das Martinshorn der Feuerwehr geweckt. „Das Einzige, was wir tun konnten, war die Tür zu öffnen. Mich haben sie sofort zu Boden gebracht“, erinnert sich Alik. Nach der Hausdurchsuchung wurde er zur Vernehmung abgeführt. „Als ich zurückkam – meine Frau, sie hält unseren Sohn im Arm, weint und sagt: ‚Er gibt mir jetzt Kraft‘. Unser Sohn sagte zu ihr: ‚Mama, mach dir keine Sorgen, sie können uns die Geräte, die Laptops nehmen, aber unseren Glauben können sie uns nicht wegnehmen‘.“
Trotz der Schwierigkeiten durch die Strafverfolgung ist die Familie noch enger zusammengewachsen. Die Elisejews behalten eine positive Sicht auf das Geschehen und schätzen die gemeinsam verbrachte Zeit sehr.
