NAME: Korol Liliana Sergeyevna
Geburtsdatum: 2. Januar 1978
Aktueller Stand in der Strafsache: Überführt
Artikel des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation: 282.2 (1.1), 282.2 (2)
In Gewahrsam genommen: 2 Tage in der vorläufigen Haftanstalt, 299 Tage in der Untersuchungshaftanstalt, 334 Tage Unter Hausarrest
Derzeitige Einschränkungen: Hausarrest
Satz: Strafe in Form von Zwangsarbeit für 4 Jahre, verbunden mit dem Verbot, Tätigkeiten auszuüben, die mit der Mitwirkung an der Arbeit gesellschaftlicher und religiöser Organisationen zusammenhängen, für 5 Jahre, sowie einer Freiheitseinschränkung für 2 Jahre.

Biographie

Liliana Korol liebt es, Neues zu entdecken; sie interessierte sich sowohl für biblische Geschichte, Geografie als auch Archäologie. Im Dezember 2024 leitete die Ermittlungsbehörde der Russischen Föderation ein Strafverfahren gegen sie ein, weil sie an den Gott Jehova glaubt. Bei ihr wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt und sie wurde vernommen. Trotz ernsthafter chronischer Erkrankungen wurde die Frau zunächst in eine Polizeiwache und später ins Untersuchungsgefängnis gebracht.

Liliana wurde im Januar 1978 in der multiethnischen Stadt Schambyl (heute Taras, Kasachstan) geboren. Das Mädchen wuchs neugierig auf und verfügte über einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit.

Im Jugendalter entdeckte Liliana die Freude am Lesen und begann, ihre eigene Bibliothek aufzubauen. In dieser Zeit lernte sie erstmals die Bibel kennen. Das wissenschaftliche Fundament des Buches beeindruckte sie, insbesondere die Informationen über die Form und Lage der Erde. Aus der Bibel erfuhr sie auch, dass Gottes Name Jehova ist.

Mit 20 Jahren zog Liliana nach Moskau und begann ein Jurastudium. Anschließend arbeitete sie eine Zeit lang in einer Anwaltskanzlei. 2003 heiratete sie und bekam eine Tochter. Ein Jahr später begeisterte sie sich für die Kunst des Weinbaus, absolvierte eine Ausbildung an einer Sommelierschule und begann im Restaurantgewerbe zu arbeiten.

2012 heiratete Liliana Korol zum zweiten Mal. Durch ihr Interesse an Kosmetologie machte sie eine berufliche Weiterbildung. Ihr Mann nannte sie wegen ihrer Wissbegierde scherzhaft „ewige Studentin“. Bald darauf begann sie als Kosmetologin zu unterrichten. Kollegen schätzten ihren Talent, komplexe Themen einfach zu erklären, und ihre Kunden lobten ihren individuellen Ansatz.

Trotz ihrer beruflichen Erfolge blieb bei Liliana das Gefühl der Leere, immer wieder stellte sie sich Fragen nach dem Sinn des Lebens. Eines Tages fand sie auf ihrem Bücherregal eine Bibel und einige Magazine mit biblischen Themen. Nachdem sie sie in einer Nacht gelesen hatte, beschloss sie, das Bibelstudium mit den Zeugen Jehovas fortzusetzen. 2015 ließ sich Liliana Korol taufen. Nach Aussage ihrer Angehörigen veränderte sie sich stark – sie wurde ruhiger und friedlicher, verlor die Angst vor der Zukunft. Außerdem half ihr die Bibel, bessere Beziehungen zu anderen aufzubauen.

Der Arrest von Liliana war für ihre Familie und Bekannten völlig unerwartet. Sie können nicht glauben, dass ein so mitfühlender und fürsorglicher Mensch als Gefahr für die Gesellschaft angesehen wird.

Fallbeispiel

Im Dezember 2024 wurden in Moskau und im nahegelegenen Ljuberzy Hausdurchsuchungen bei Zeugen Jehovas durchgeführt. Tags zuvor war ein Strafverfahren gegen Oksana Iwanowa, Larissa Kislaja, Liliana Korol, Darja Petrotschenko und Saur Murtusow eingeleitet worden. Der Anlass war Gespräche über die Bibel mit Olga Grigorjewa, die Interesse an diesem Buch vortäuschte. Den Gläubigen wurde Teilnahme an der Tätigkeit einer extremistischen Organisation und deren Rekrutierung vorgeworfen. Später wurden Murtusow, Korol und Petrotschenko ins Untersuchungsgefängnis gebracht, Kislaja und Iwanowa unter Hausarrest gestellt. Im Mai 2025 wurde bei Tatjana Lewitzkaja eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Sie kam ebenfalls unter Hausarrest. Im Oktober wurde auch Korol unter Hausarrest gestellt. Das Verfahren kam im Dezember vor Gericht. Im August 2026 wurde das Urteil verkündet: jeweils 5 Jahre Straflager und 2 Jahre Freiheitsbeschränkung für Murtusow und Petrotschenko, jeweils 4 Jahre Zwangsarbeit und 2 Jahre Freiheitsbeschränkung für Iwanowa, Kislaja und Korol sowie 3 Jahre und 8 Monate Zwangsarbeit und 6 Monate Freiheitsbeschränkung für Lewitzkaja.
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