NAME: Kislaya Larisa Yevgeniyevna
Geburtsdatum: 6. November 1975
Aktueller Stand in der Strafsache: Überführt
Artikel des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation: 282.2 (1.1), 282.2 (2)
In Gewahrsam genommen: 2 Tage in der vorläufigen Haftanstalt, 633 Tage Unter Hausarrest
Derzeitige Einschränkungen: Hausarrest
Satz: eine Strafe von 4 Jahren Zwangsarbeit, mit dem Verbot, Tätigkeiten auszuüben, die mit der Beteiligung an der Arbeit öffentlicher und religiöser Organisationen verbunden sind, für 5 Jahre, sowie mit einer Freiheitsbeschränkung für 2 Jahre

Biographie

Larissa Kislaja wurde 1975 in Moskau in einer Arbeiterfamilie geboren. Sie wuchs als aktives und vielseitig interessiertes Kind auf, betrieb mehr als zehn Jahre Choreografie und wollte stets Neues kennenlernen. Nach dem Schulabschluss absolvierte Larissa die medizinische Fachschule mit Auszeichnung und erwarb anschließend einen Hochschulabschluss in Wirtschaftswissenschaften.

1995 heiratete sie einen Unternehmer, das Paar bekam zwei Töchter. Als die jüngere Tochter 2 Jahre alt war, ereignete sich eine Tragödie in der Familie – Larissas Ehemann wurde ermordet. Sie musste das Geschäft ihres Mannes übernehmen und die Mädchen alleine großziehen.

Trotz dieser schwierigen Umstände bleibt Larissa lebensfroh. Sie pflegt ihren kleinen Hausgarten, treibt Sport und interessiert sich für Fotografie sowie die Geschichte des Weinbaus.

Mit den biblischen Lehren kam Larissa durch ihre Nachbarn in Kontakt, die Zeugen Jehovas waren. Besonders beeindruckte sie der Name Gottes, den sie in der Synodalübersetzung der Bibel sah. Sie begann, dieses Buch gründlich zu erforschen und schloss sich 2008 den Zeugen Jehovas an.

Im Dezember 2024 kamen Ermittlungsbeamte mit einer Hausdurchsuchung in Larissas Wohnung. Die Gläubige verbrachte zwei Tage im Untersuchungsgefängnis, später wurde sie unter Hausarrest gestellt. Larissas Töchter und ihre betagten Eltern sind empört darüber, dass eine ihnen nahestehende Person, die immer einen guten Ruf hatte, wegen ihres Glaubens strafrechtlich verfolgt wird.

Fallbeispiel

Im Dezember 2024 wurden in Moskau und im nahegelegenen Ljuberzy Hausdurchsuchungen bei Zeugen Jehovas durchgeführt. Tags zuvor war ein Strafverfahren gegen Oksana Iwanowa, Larissa Kislaja, Liliana Korol, Darja Petrotschenko und Saur Murtusow eingeleitet worden. Der Anlass war Gespräche über die Bibel mit Olga Grigorjewa, die Interesse an diesem Buch vortäuschte. Den Gläubigen wurde Teilnahme an der Tätigkeit einer extremistischen Organisation und deren Rekrutierung vorgeworfen. Später wurden Murtusow, Korol und Petrotschenko ins Untersuchungsgefängnis gebracht, Kislaja und Iwanowa unter Hausarrest gestellt. Im Mai 2025 wurde bei Tatjana Lewitzkaja eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Sie kam ebenfalls unter Hausarrest. Im Oktober wurde auch Korol unter Hausarrest gestellt. Das Verfahren kam im Dezember vor Gericht. Im August 2026 wurde das Urteil verkündet: jeweils 5 Jahre Straflager und 2 Jahre Freiheitsbeschränkung für Murtusow und Petrotschenko, jeweils 4 Jahre Zwangsarbeit und 2 Jahre Freiheitsbeschränkung für Iwanowa, Kislaja und Korol sowie 3 Jahre und 8 Monate Zwangsarbeit und 6 Monate Freiheitsbeschränkung für Lewitzkaja.
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