Biographie
Valeriy Gurskiy wurde einer von zehn Zeugen Jehovas, die nach einer groß angelegten Razzia auf die Zeugen Jehovas Woronesch im Sommer 2020 in ein Internierungszentrum geschickt wurden. Nach 5,5 Jahren strafrechtlicher Verfolgung schickte das Gericht den Gläubigen für sechs Jahre in eine Strafkolonie, da seine Schuld am Extremismus als bewiesen angesehen wurde.
Valeriy wurde 1963 in Woronesch geboren. Er wuchs mit zwei Brüdern auf, dem jüngeren und dem älteren. Als Kind liebte er Sport und studierte Vögel. Nach dem Studium an der Luftfahrtschule arbeitete er hauptsächlich im Bereich der Reparatur: als Fertigsteller, Nähmaschinenbediener und Montage von Kunststofffenstern.
In seiner Freizeit baut Valeriy Trauben an, macht Wein, sammelt Pilze und gärtnert. Er ist immer noch fasziniert vom Vogelbeobachten. Der Mann hilft oft Nachbarn und Freunden bei der Reparatur fehlerhafter Geräte. "Wenn etwas kaputt ist, geh zu Valera. Er wird es gerne reparieren, und das Ding wird wie neu sein", sagen seine Freunde.
In den 1990er Jahren arbeitete Valeriy als Sicherheitsmann und hatte viel Zeit zum Lesen. Unter den Büchern fand er eines über Gott. Nachdem er es über Nacht gelesen hatte, erkannte er, dass er etwas Wichtiges gelernt hatte, und begann, die Bibel zu studieren.
1988 lernte Valeriy seine zukünftige Frau Tatyana kennen. Die Frau ist ausgebildete Gemüseagronomin, arbeitet aber nicht mehr und gehört zur zweiten Behindertengruppe.
Die strafrechtliche Verfolgung wurde für die Familie Gurskiy und ihre Angehörigen belastend. Jeder, der Valeriy kennt, sorgt sich um die ungerechte Behandlung dieses seelenvollen und schüchternen Mannes.
In seinem letzten Appell sagte der Gläubige: "Ich hätte nie gedacht, dass ich mit einer so großen Ehre geehrt werden würde, im Hof für Gottes guten Namen einzustehen und Ihnen sein Reich zu predigen. Es erwärmt mein Herz zu denken, dass ich nicht wegen eines Fehlers hier bin, nicht weil ich etwas gestohlen oder jemanden geschlagen habe. Nein, ich habe weder das Gesetz Gottes noch das Gesetz des Menschen verletzt, daher ist mein Gewissen rein."
