Wasilij Schischkin

Wasilij Schischkin

Wasilij Schischkin

Ungerechte Urteile

Zeuge Jehovas aus Prokopjewsk zu 6 Jahren Straflager verurteilt

Gebiet Kemerowo

Am 4. Juni 2026 fällte Richterin Jelena Sarubina vom Bezirksgericht Rudnitschnoje ein Schuldspruch gegen den 54-jährigen Wasilij Schischkin. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Strafe von 8,5 Jahren Straflager gefordert. Der Gläubige wurde in Haft genommen.

„Ich bekenne mich nicht aus Trotz, Stolz oder fehlender Reue schuldig des Extremismus, sondern weil der Gottesdienst keine Straftat sein kann“, erklärte Wasilij in seinem Schlusswort.

Nach den Worten von Wasilij wurde im Gerichtsverfahren nur festgestellt, dass er ein Zeuge Jehovas ist, während niemand Beweise für eine tatsächliche Straftat vorlegte. Sein jüngerer Bruder, der seine religiösen Überzeugungen nicht teilt, trat im Gericht zu seiner Unterstützung auf und beschrieb ihn als einen friedlichen Menschen.

Über zwei Jahre lang war die Wohnung von Wasilij und Irina Schischkina heimlich abgehört worden – neben dem Alltag hörten Ermittlungsbeamte auch mit, wie die Gläubigen die Heilige Schrift besprachen. In den Akten wurden diese Gespräche als Organisation der Tätigkeit einer extremistischen Organisation bezeichnet. Später wurden gegen beide Ehepartner Strafverfahren eingeleitet. Gegen Irina läuft vor demselben Gericht ein Strafverfahren wegen „Beteiligung an extremistischer Tätigkeit“.

Wasilij leidet an mehreren Krankheiten, die das Leben allein sehr erschweren, und er ist auf regelmäßige Medikamente angewiesen – diese Information lag Gericht und Ermittlungsbehörde vor. Dennoch stand Wasilij etwa anderthalb Jahre bis zur Urteilsverkündung unter Hausarrest. Die Schischkins durften in dieser Zeit nicht zusammenleben, da Irina im Verfahren gegen ihren Mann ebenfalls als Zeugin benannt ist. Um sich abzulenken, bemühte sich Wasilij stets beschäftigt zu bleiben: Er renovierte die Wohnung, las Bücher, schrieb Gedichte und trieb im Rahmen seiner Möglichkeiten Sport.

„Ich versuche, keine Angst vor dem Gefängnis zu haben. Viele Ängste existieren nur im Kopf und werden in Wirklichkeit nie wahr“, sagte Wasilij Schischkin zuvor.

Das Urteil wird angefochten. Bis zur Rechtskraft des Urteils bleibt der Gläubige im Untersuchungsgefängnis.

In der Region Kemerowo sind bereits 20 Zeugen Jehovas – Männer und Frauen im Alter von 34 bis 76 Jahren – im Zusammenhang mit Extremismusvorwürfen von Strafverfahren betroffen.

Fall Schischkin in Prokopjewsk

Fallbeispiel
Im Januar 2025 wurde gegen Wassili Schischkin aus Prokopjewsk ein Strafverfahren nach dem Artikel über die Organisation der Tätigkeit einer extremistischen Organisation eingeleitet. Anlass dafür waren seine Gespräche mit Anwohnern über biblische Themen. Im Haus von Wassili und seiner Frau Irina fand eine Hausdurchsuchung statt, die Gläubigen wurden in der Ermittlungsbehörde vernommen. Wassili wurde ins Untersuchungsgefängnis gebracht und zwei Tage später unter Hausarrest gestellt. Im Dezember 2025 kam der Fall vor Gericht. Kurz darauf wurde auch Irina strafrechtlich verfolgt. Im Juni 2026 wurde Wassili zu 6 Jahren Straflager verurteilt.
Chronologie

Angeklagte in dem Fall

Zusammenfassung des Falles

Region:
Gebiet Kemerowo
Siedlung:
Prokopjewsk
Aktenzeichen des Strafverfahrens:
12502320012000010
Eingeleitet:
21. Januar 2025
Aktueller Stand des Verfahrens:
Gerichtsverhandlung vor dem Gericht erster Instanz
Untersuchend:
Ermittlungsabteilung für die Stadt Prokopjewsk der Ermittlungsbehörde des Ermittlungsausschusses der Russischen Föderation für das Gebiet Kemerowo – Kuzbass
Artikel des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation:
282.2 (1)
Aktenzeichen des Gerichts:
1-141/2026 (1-477/2025)
Gericht erster Instanz:
Рудничный районный суд Прокопьевска
Richter am Gericht erster Instanz:
Елена Зарубина
Fallbeispiel
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