Vladlena Kukavitsa in der Nähe des Gerichtsgebäudes am Tag des Urteils. 22. Januar 2026
Vladlena Kukavitsa in der Nähe des Gerichtsgebäudes am Tag des Urteils. 22. Januar 2026
Vladlena Kukavitsa aus Birobidzhan wurde erneut wegen ihres Glaubens verurteilt. Diesmal – viereinhalb Jahre suspendiert
Jüdisches AutonomiegebietVladlena Kukavitsa, 35, verteidigt seit zwei Jahren ihr Recht auf Religionsfreiheit, die letzten sieben Monate – bei einem zweiten Prozess am Bezirksgericht Birobidzhan. Richterin Olga Klyuchikova traf die endgültige Entscheidung am 22. Januar 2026.
Das erste Gerichtsmaß (6 Jahre auf Bewährung) wurde vom Berufungsgericht aufgehoben. Vladlena wurde beschuldigt, Personen in die Aktivitäten einer extremistischen Organisation verwickelt und daran teilgenommen zu haben. Der Fall des Gläubigen, wie Dutzende ähnlicher im ganzen Land, basierte auf der Aussage eines Informanten. Vladlena glaubt, dass es in ihren Gesprächen mit Schukowa-Suworowa, die sich als eingebetteter Agent herausstellte, keine Anzeichen von Extremismus gab. Die Gemeinschaft war freundlich und konzentrierte sich darauf, biblische Lehren, Gottes Eigenschaften zu diskutieren und zu beten. Die vor Gericht angesehenen Videos zeigten, wie Vladlena die Frau ermutigte, anderen Liebe zu zeigen, zu vergeben und keinen Groll zu hegen.
Nach der Auflösung religiöser Organisationen und dem Beginn der tatsächlichen Verfolgung der Zeugen Jehovas in Russland war Vladlena von Angst überwältigt. "Am Anfang war es schwierig. Ich habe die Nachricht gehört: An irgendeinem Ort brechen Polizeibeamte in Häuser ein, durchsuchen und verhaften Menschen", sagt sie. "Leider sind einige im Gefängnis gelandet. Aber ich habe gesehen, wie sie all das überwunden haben. Es hat mich gestärkt."
Dennoch blieb der Stress im Zusammenhang mit der Strafverfolgung nicht unbemerkt. "Ich war gezwungen, wiederholt medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, weil die strafrechtliche Verfolgung meiner Gesundheit geschadet hat. Jetzt nehme ich ständig Medikamente", sagte sie bei einer der Gerichtsverhandlungen.
Vladlena dankte ihrer Mutter besonders für ihre Unterstützung: "Sie begleitet mich den ganzen Weg. Sie musste außerdem Durchsuchungen und Verhöre durchlaufen; sie begleitete mich immer, wenn ich zum Ermittler ging, und wartete auf der Straße neben dem FSB-Gebäude, während ich dort war." Im Oktober 2025 wurde auch ein Strafverfahren gegen Kukavitsas Mutter, Jelena Shestopalowa, eröffnet.
Die Familie von Vladlena Kukavitsa steht nicht als erste im Fokus der Polizeibeamten. In Birobidschan werden bereits acht Familien wegen ihres Glaubens an Jehova Gott verfolgt. Dieser Trend besteht schon seit Jahren.

