Maßnahmen von Strafverfolgungsbeamten

Neue Welle von Durchsuchungen von Jehovas Zeugen in Moskau und der Region

Moskau,   Gebiet Moskau

Am 5. Dezember 2024 wurden mindestens acht Wohnungen von Jehovas Zeugen in Moskau und Ljubertsy bei Moskau durchsucht. In einem der Fälle wandten die Sicherheitskräfte Gewalt an. Fünf Gläubige – Zaur Murtuzov, Daria Petrochenko, Liliana Korol, Larisa Kislaya und Oksana Ivanova – wurden in die vorübergehende Haftanstalt gebracht. Ein Strafverfahren wurde eingeleitet.

Aktualisierung. Durch einen Gerichtsbeschluss wurden Zaur Murtuzov, Liliana Korol und Darya Petrochenko in eine Untersuchungshaftanstalt gebracht, Larisa Kislaya und Oksana Ivanova unter Hausarrest gestellt.

Am frühen Morgen brachen Einsatzoffiziere des Ermittlungskomitees und des FSB in Begleitung der Nationalgarde und des SOBR in die Häuser der Gläubigen ein und weckten sie mit lautem Klopfen an der Tür. In einigen Wohnungen brachen Polizeibeamte (fünf bis acht Personen, einige von ihnen trugen Masken und Waffen) die Türen mit Brechstangen und Vorschlaghämmern auf. Einer der Gläubigen zufolge stellte sich in ihrem Fall die Polizei als Zeugen heraus.

Augenzeugen zufolge forderten die Aktivisten die Entsperrung von Telefonen und Laptops, den Zugang zu Korrespondenz und drohten mit Strafverfolgung und Inhaftierung in einer Untersuchungshaftanstalt. Einem Gläubigen wurde auf den Kopf und den Bauch geschlagen und die Nase gebrochen. Bei den Durchsuchungen wurden ausländische Pässe und elektronische Geräte, USB-Sticks und Festplatten, Notizbücher, Postkarten, Fotos, Bibeln, religiöse Bücher und ein Bibelatlas beschlagnahmt. Die Durchsuchungen dauerten zwei bis fünf Stunden.

Fünf Gläubige wurden in die Ermittlungsabteilung des südlichen Verwaltungsbezirks von Moskau gebracht, verhört und später in eine vorübergehende Haftanstalt gebracht. Am selben Tag beschuldigte der Ermittler des Ermittlungskomitees der Russischen Föderation für die Stadt Moskau, Oberleutnant der Justiz J. S. Schumilowa Saur Murtusow der Teilnahme an den Aktivitäten einer extremistischen Organisation und der Beteiligung an dieser. So interpretiert die Untersuchung Gespräche über biblische Themen mit einer Frau (Olga Grigorieva), die zwei Jahre lang vorgab, sich für die Heilige Schrift zu interessieren.

Bisher sind in Moskau und der Region Moskau 19 Zeugen Jehovas wegen ihres Glaubens verurteilt worden, 7 von ihnen sitzen in Strafkolonien.

Fall Murtusow und andere in Moskau

Fallbeispiel
Im Dezember 2024 wurden in Moskau und im nahegelegenen Ljuberzy Hausdurchsuchungen bei Zeugen Jehovas durchgeführt. Tags zuvor war ein Strafverfahren gegen Oksana Iwanowa, Larissa Kislaja, Liliana Korol, Darja Petrotschenko und Saur Murtusow eingeleitet worden. Der Anlass war Gespräche über die Bibel mit Olga Grigorjewa, die Interesse an diesem Buch vortäuschte. Den Gläubigen wurde Teilnahme an der Tätigkeit einer extremistischen Organisation und deren Rekrutierung vorgeworfen. Später wurden Murtusow, Korol und Petrotschenko ins Untersuchungsgefängnis gebracht, Kislaja und Iwanowa unter Hausarrest gestellt. Im Mai 2025 wurde bei Tatjana Lewitzkaja eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Sie kam ebenfalls unter Hausarrest. Im Oktober wurde auch Korol unter Hausarrest gestellt. Das Verfahren kam im Dezember vor Gericht. Im August 2026 wurde das Urteil verkündet: jeweils 5 Jahre Straflager und 2 Jahre Freiheitsbeschränkung für Murtusow und Petrotschenko, jeweils 4 Jahre Zwangsarbeit und 2 Jahre Freiheitsbeschränkung für Iwanowa, Kislaja und Korol sowie 3 Jahre und 8 Monate Zwangsarbeit und 6 Monate Freiheitsbeschränkung für Lewitzkaja.
Chronologie

Angeklagte in dem Fall

Zusammenfassung des Falles

Region:
Moskau
Siedlung:
Moskau
Woran besteht der Verdacht?:
„Petrochenko D. W. hat, indem sie strafbare Handlungen beging, auf dem Denkmal eines Grabes eine selbstgemachte Karte mit der Aufschrift ‚Es gibt Hoffnung‘ abgelegt.“ (aus dem Beschluss zur Einleitung eines Strafverfahrens)
Aktenzeichen des Strafverfahrens:
12402450039000186
Eingeleitet:
4. Dezember 2024
Aktueller Stand des Verfahrens:
Urteil nicht rechtskräftig
Untersuchend:
Ermittlungsabteilung für den Südlichen Verwaltungsbezirk der Hauptabteilung des Ermittlungsausschusses der Russischen Föderation für Moskau
Artikel des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation:
282.2 (2), 282.2 (1.1)
Aktenzeichen des Gerichts:
01-0094/2026 (01-0737/2025)
Gericht erster Instanz:
Simonovskiy District Court of Moscow
Richter am Gericht erster Instanz:
Dmitriy Merzlyakov
Fallbeispiel
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