Das letzte Wort des Angeklagten Witali Uschakow in Wysselki
Witali Uschakow hält sein Schlusswort und erklärt, dass seine Handlungen auf dem Glauben beruhen und nicht auf Extremismus. „Ich halte mich nicht für schuldig ... mein Glaube hat niemals zu Hass gelehrt“, betonte er.
#####Transkription:
Hohes Gericht, in meinem Schlusswort möchte ich über das Wichtigste sprechen – über mich selbst, meine Überzeugungen und darüber, wie ich alles wahrnehme, was im Rahmen dieses Verfahrens geschehen ist. Ich habe nicht vor, mit dem Gericht zu streiten oder jemanden umzustimmen. Ich möchte lediglich meine Position so darstellen, wie sie ist – ohne Emotionen, ohne etwas zu beschönigen oder zu verschweigen.
Während der Verhandlung wurde viel über meine Handlungen, meinen Glauben und meine Lebensweise gesagt. Heute ist es für mich wichtig, eine ehrliche innere Bilanz zu ziehen und ruhig klarzustellen, wo ich in Bezug auf alles stehe, was die Anklage mir vorwirft. Besonders möchte ich betonen, dass die Motive, die mir in den Plädoyers unterstellt wurden, nicht der Realität entsprechen und sich weder in meiner Lebensweise noch in den Unterlagen des Verfahrens bestätigen lassen.
Ich beginne damit, dass ich während der Anklage, den festen Eindruck gewonnen habe, dass man mir im Grunde vorwirft, an Gott zu glauben. Vielleicht an den "falschen" Gott oder nicht so, wie es einige andere sehen. Mir wird zur Last gelegt, mit Angehörigen über religiöse Themen zu sprechen, die Bibel zu lesen und mich mit Glaubensbrüdern auszutauschen. Aber seit wann ist der Glaube an Gott in unserem Land ein Verbrechen, und wo steht das geschrieben? Glaube ist eine Herzensangelegenheit und keine Tätigkeit einer verbotenen Person.
Man hat versucht, mich als jemanden darzustellen, der die Aktivitäten einer verbotenen Organisation weiterführt. Doch während der gesamten Verhandlung wurde kein einziges Faktum vorgelegt, das dies belegen würde. Ich habe keine Zusammenkünfte geleitet, kein Vermögen verwaltet und keine Funktionen eines juristischen Person ausgeübt. Ich war schlicht ein Gläubiger. Mir ist bekannt, dass ich heute nicht der einzige bin. Wenn also mein Glaube der Grund für die Anklage ist, dann wiederholt sich die Geschichte!
Leider zeigt die Geschichte, dass Gläubige in …